Lyrik

Stille in unseren Köpfen (Gedichte)

sprechen lernen

abgewrackte vollmonde
mund-tauber waren-frieden
hohl-hippige öko-grinser
flimmer-platte segment-wisser
apokalyptische zyno-masos

medien-hörige info-wichser
ätzende überall-nur-nicht-hier-winsler
herz-ent-blödete hier-und-jetzt-sehnsucht
durch-promovierte alles-zer-quatscher
zernudelte links-und-rechts-küßchen
mega-geile ganzheits-zerdrösler

fischene ständig- d u s

ent-wörterte ver-worte

es ist alles zer-sagt
zeit –
sprechen zu lernen


Interesse

Ich sagte zum Mond
er interessiere mich nicht

Da verlor er sichtbar
an Größe
nahm täglich ab
und verschwand

Einige Tage blieb er ganz weg

Dann
kam er
unauffällig wieder
hauchdünn
und ich betrachtete ihn lange


Weltverlierer

Ihr Parlasten und Rhetollen
schwatzt uns auf
was wir nicht wollen
wisst zu genau
was wir nur ahnen
Ihr Obsoten und Kantanen

Ihr Egonen und Trugasten
füllt euch mit Welt
und lasst uns fasten
verwandelt euch in unsere Träume
verbannt uns in die Zwischenräume
Ihr Schwatzachen und Proleume

Ihr Spiritielen und Schmarrahnen
weist uns illustre Autobahnen
die uns aus diesem Leben führen
noch ehe wir’s
von selbst verlieren
Ihr Sakrarer und Schielieren

Ihr Medister und Spartagen
zeigt uns wie der Welt entsagen
erbrütet euch profundes Leben
äugt besorgt in diesem Streben
ins Jenseits, als sei dies schon vergeben
Ihr Esolen und Mysteben

Ihr Exegoten und Gnostonen
wisst vor dem Bösen uns zu schonen
Erzählt uns wo die Götter wohnen
Lasst uns ihr Bild so deutlich lesen
Als wärt ihr selbst schon dort gewesen
Ihr Frasaten und Klugesen

Wir Doofarer und Tristellen
versäumen uns mit anzustellen
bleiben zögernd Weltverlierer
Verseschreiber
Lamentierer
Wir Verstockten und Krepierer

Gesichtsverlust

Wer sein Gesicht vergaß
verloren hat
nie eins besaß
sei voller Zuversicht

Er schwimmt formlos dahin
braucht weder Sein noch Sinn
sucht
findet
und entbehrt sich nicht

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